12.07.2010 12:12

WM 2011: Kein Losglück für Deutschland

Deutschland hat bei der Auslosung zur Weltmeisterschaft, die im kommenden Jahr in Schweden ausgespielt wird, kein Losglück gehabt. Das Team von Heiner Brand, das aufgrund des schwachen Abschneidens bei der EM (Platz 10) nur in der dritten Leistungsreihe einsortiert wird, bekommt mit Frankreich und Spanien zwei erwartet schwere Gegner und auch Tunesien und Ägypten stellen bei dem Ziel die Hauptrunde zu erreichen anspruchsvolle Aufgaben dar. Lediglich mit WM-Neuling Bahrain bekam Deutschland eine leichte Aufgabe zugewiesen.

„Die Gruppe A ist ein Hammer“, kommentierte Schwedens Jahrhunderthandballer Magnus Wislander, der gemeinsam mit Spielmacherin Johanna Ahlm (Viborg HK) auch die Lose zog, die Auslosung. Stefan Lövgren, der Ex-Kapitän des THW Kiel, meinte: „Härter hätte es für das deutsche Team nicht kommen können.“ «Wir haben aus allen Gruppen die schwersten Brocken zugelost bekommen», sagte Bundestrainer Heiner Brand, «ein Grund mehr, die kürzeste WM-Vorbereitung aller Zeiten noch intensiver anzugehen.» Auch Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), sprach von einer «sehr schweren Gruppe», hat aber die Hoffnung, «dass unsere junge Mannschaft bis dahin so weit ist, einen der ganz Großen zu schlagen. Ich habe vollstes Vertrauen in unser Team.»

Mit seinem gewohnten Humor kommentierte Nationalmannschafts- Kapitän Pascal Hens die Auslosung. «Gott sei Dank ist noch Bahrain in unserer Gruppe.» Aber der Hamburger sieht nicht schwarz: «Es ist für unser Team besser, gleich auf die richtig starken Gegner zu treffen.» DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier urteilte ähnlich. «Wir müssen weiterkommen, dann warten in der Hauptrunde einfachere Aufgaben. Wenn wir Gruppenzweiter werden, haben wir eine realistische Chance aufs Halbfinale», meinte der frühere Bundestrainer. Nach der Vorrunde trifft die DHB-Auswahl dann auf drei Mannschaft aus der Gruppe B, in der Island, Norwegen, Österreich, Ungarn, Brasilien und Japan spielen. Um in die Hauptrunde einzuziehen, muss die deutsche Mannschaft mindestens Gruppendritter werden.

"Es ist lustig, dass wir jetzt Island zum dritten Mal in einem Jahr in einem Großevent oder in einer Quali zum Gegner haben", erklärte ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner nach der Auslosung. Das Team Austria hatte sowohl bei der Heim-EM, wie auch bei der Qualifikation für die kommende EM 2012 die Nordeuropäer zugelost bekommen. "Wir haben aus dem vierten und fünften Topf mit Ungarn und Brasilien sicher schwere Gegner bekommen, aber trotzdem ist in dieser Gruppe die Hauptrunde machbar und das ist das Ziel", so Hausleitner weiter.

"Island war mein Wunschlos, weil ich viele Spieler des Teams kenne. Zudem schätze ich sie auf diesem hohen Niveau noch als die schlagbarste Truppe ein, im Vergleich zu Frankreich oder Kroatien - Das haben wir bei der EM bewiesen", äußerte sich Mannschaftskapitän Viktor Szilagyi. "Norwegen ist sicherlich kein einfacher Gegner, aber wenn wir einen guten Tag erwischen, ist auch hier ein Sieg möglich. Aus den unteren Töpfen haben wir sicherlich das schwierigste Los: Ungarn ist ein harter Gegner mit großer Handballtradition, Japan spielt einen sehr unorthodoxen Handball - das wird schwierig, sich auf sie einzustellen. Es ist kein wirklicher Exot dabei und es wird verdammt hart werden, sich hier als eine der Top-3-Mannschaften durchzusetzen", so der Spielmacher des VfL Gummersbach weiter.

Gastgeber Schweden durfte sich nach den Ziehungen aus den anderen Lostöpfen ihre Vorrundengruppe aussuchen. Das Trainerduo Staffan Olsson und Ola Lindgren entschied sich für die Gruppe D, in der Polen, Korea, Slowakei, Argentinien und Chile als Aufgaben warten. Nach der Vorrunde würde der WM-Ausrichter dann auf die Mannschaften der Gruppe C spielen, in der Kroatien, Dänemark, Serbien, Rumänien, Algerien und Australien spielen.

Gegen Olympiasieger, Europameister und Titelverteidiger Frankreich (22:24) und Spanien (20:25) hatte es zuletzt bei der Europameisterschaft in Österreich Niederlagen für die Deutschen in der Hauptrunde gegeben. Gegen Tunesien (WM 2009) und Ägypten (Olympia 2008) feierte das Brand-Team hingegen bei den letzten Duellen Erfolge. Gegen Bahrain hat eine DHB-Auswahl bislang noch nie gespielt.


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